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Mysterious Women Magazin

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Jede Infoauswertung honorarpflichtig 

TV-Tipps für Juli 2010
von Wolfgang Wittenburg

„Die großen Kriminalfälle – Rudolph Moshammer – Der einsame Tod des Modemachers“, Mo., 5. Juli, 21.00 Uhr, ARD

„Heimat zu verkaufen“, Mi., 21. Juli, 20.15 Uhr, ARD

Schon wenn im Vorspann das Wort „Heimat“ steht und dann wie ein Stempel „zu verkaufen“ draufgeknallt wird, ahnt man, wohin die Reise geht: Tüchtiger Hotelier und Landwirt (Fritz Hammel) siegt über internationalen Tourismuskonzern und gewinnt die attraktive Vorstandsdirektorin (Henriette Richter-Röhl) als seine Frau fürs Leben. Bis auf die Tatsache, dass der Hansi-Hinterseer-Typ in dieser MDR-ORF-Co-Produktion dunkelhaarig ist und sich Sympathien erst erkämpfen muss, ist alles aalglatt. Warum ist diese typische Freitags-Schmonzette (nach 5 Filmminuten kommt der böse Brief von der Bank!) ein ARD-Mittwochfilm? Da gibt es jede enge malerische Landschaften zu sehen, einen Hotelbetrieb mit „Schwesterlein“ und für den Bösen muss Udo Schenk herhalten. Sekunden vor Schluss stellt der Hauptdarsteller die Frage, die den Zuschauer wohl längst auch beschleicht: „Womit hab ich das verdient?“

„Friedliche Zeiten“, Mi., 28. Juli, 20.15 Uhr, ARD

Gut gemachte, lakonische Tragikomödie über eine liebeswerte Familie im Chaos – auch der Gefühle. Für Familie Striesow sollen im Deutschland der 60er Jahre und nach der Flucht aus der DDR eigentlich „Friedliche Zeiten“ beginnen – doch es kommt anders. Irene (wunderbar: Katharina Maria Schubert) sehnt sich in die DDR zurück, während ihr Mann Dieter (Oliver Stokowski), Angestellter bei Telefunken, sich nicht nur mit seinem Arbeitskollegen Karl (Axel Prahl aus dem Münster-„Tatort“) gut versteht, sondern sich auch den Damen des Betriebes zuwendet. Vor allem an den wunderbar gespielten Kindern, den Töchtern Wasa (11) und Ute (9), und Nesthäkchen Flori Striesow, entspinnt sich eine herrliche Geschichte um Türketten, Zweifrauen und Russen und Amis, die den Knopf für den nächsten Krieg drücken könnten … Als Irene die Nachbarsfrauen zum Kaffeestündchen einlädt, stellt Doris Kunstmann in einer brillanten Nebenrolle trocken feststellt: „Hier sieht ja aus wie in der Ostzone!“ Zu Beginn und zum Ende des Films gibt es den Evergreen von Aretha Franklin „I Say A Litte Prayer For You“ – am Ende mit Übersetzung der Striesow-Mädchen.

©Wolfgang Wittenburg - Jede Infoauswertung honorarpflichtig (06/2010)